Helmmuffel und andere Nichteinsichtig …

Helmpflicht, ja bitte!
In der Badischen Zeitung “Der Sonntag” las ich letztens…
Die Polizei hält eine Helmpflicht für nicht durchsetzbar – Radverband spricht von Schikane.’ Wow, was für tolle Aussagen! Nur weil man glaubt, nicht alle Helmmuffel zu erwischen, ist man dagegen und die andere Seite spricht von Schikane.
Hey Leute, ich glaub’ ich lese nicht richtig. Da ich selber einige Jahre als Profi auf dem Rad gesessen habe und mir auch einbilde, dieses Sportgerät etwas zu beherrschen, gibt es doch dann und wann mal die Situation, dass man auf dem Rad die Kontrolle verliert. Ich saß schon einige Male in der Chirurgie und musste auf verletzte Radsportfreunde warten, weil sie keinen Helm getragen haben. Es gab auch Verletzte, die einen Helm getragen haben, und das war gut so, denn sonst wären sie meiner Meinung nach nicht mehr aufgestanden, oder wenn, dann nur mit bleibenden Schäden.

Ich selbst hatte einmal auf Grund eines Fahrfehler und ein anderes Mal aufgrund eines gebrochenen Vorderrad Schnellspanners einen Sturz auf den Kopf. Es waren jeweils einige Löcher in meinem Helm, worin ich kleine Sauerkirschen hätte verstecken können. Ohne den Helm, wäre ich wahrscheinlich nicht mehr so schnell aufgestanden. HWS Stauchungen und ein abgesplitterter Halswirbel machen mir allerdings heute noch Probleme und das ist mittlerweile schon fast 20 Jahre her.

Ihr kennt wahrscheinlich alle den Ex-Profi Matthias Kessler. Ihm ist auf Mallorca eine Katze ins Vorderrad gelaufen und danach konnte er nur noch zuschauen, was passierte. Er schlug mit dem Kopf auf die Betonecke einer Garage. Selbst heute ist Matthias dadurch noch stark gehandicapt. Mit Helm wäre wahrscheinlich nichts passiert. Ist das nicht traurig?…

Vor kurzem musste ich wieder jemanden in die Chirurgie nach Freiburg bringen, weil er keinen Helm aufsetzen wollte und ich hatte ihm sogar gedroht, wenn er hinfiele, dann bekäme er noch einen Tritt von mir dazu. Am Ende stürzte er hinter mir, weil er sein Handy und sein Fahrrad beim fahren bedienen wollte. Nur mit dem bremsen war er dann doch überfordert und hatte sich hinter mir überschlagen und – voll auf den Kopf! Er ging richtig schnell, wie er in einer Blutlache lag…. fast wie im Film, bloß diesmal echt und es riecht auch komisch…

Das hieß für mich dann… 15km schnell mit dem Rad nach Hause fahren, Auto holen und den Unbelehrbaren in die Chirurgie fahren. Die Aktion hat mich im Ganzen 5 Stunden gekostet. Er hat dafür einen schönen Dreiangel über der Augenbraue und den Tritt, den hat er noch gut.

Aber glaubt nicht, der trüge heute einen Helm. Es gibt Menschen, die sind einfach beratungsresistent und da helfen dann allerdings auch keine Gesetze.

8.November. 2011